Seit gestern Abend hatten wir Sichtungen von einem Segelboot, einem Frachtschiff und einer verschleppten Bohrinsel, die wir aus der Ferne erstmal als großen Katamaran identifizierten. Aber als wir unter Motor näher kamen wurde uns schnell klar, dass wir solch große Katamarane noch nicht gesehen hatten. Die Batterien waren dann aufgeladen und nur unter Segel kamen wir nicht mehr näher ran. Mittlerweile ist die Bohrinsel in Richtung Horta fast nicht mehr zu sehen.
Das Flautenfeld sollten wir heute Nacht passiert haben und dann, so die Wetterprognose, geht's hurtig mit 20-25 Knoten achterlichem Wind schnell voran. Die Freude auf das Bier in Hotta steigt :-)
Die Nacht war erneut sternenklar und im Osten ging eine riesige, glühende Orange über dem Atlantik auf. Atemberaubend schöner Anblick.
Wind hatten wir zu wenig, um Meilen zu machen, so dümpelten wir die Nacht dahin und nutzten den Morgen, um Diesel aus den Kanistern in den Haupttank zu schütten. Nur 80 Liter haben wir bisher verbraucht.
Und dann noch nach über eine Woche bei ruhigem Wellengang die heißersehnte Dusche und das Bad mitten im Atlantik.
Immer noch haben wir tagsüber kurze Hosen und keine Schuhe an. Auch die Nächte sind doch noch nicht so kalt geworden, dass wir das Ölzeug brauchen. Die Decke über die Beine und eine dicke Weste reichen noch - ohne Schuhe.
Die Schleppangel hängt wieder aus. Wir hoffen weiter.
Und was war übrigens nochmal Corona?
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Sonntag, 7. Juni 2020
Samstag, 6. Juni 2020
Bergfest
Navionics sagt, noch 1.381 Seemeilen bis zum Bier in Horta. Und die 31 Seemeilen, um Bergfest zu feiern, die schaffen wir noch heute. 2.700 Meilen sind es insgesamt zwischen Martinique und Horta. Martinique...zwei Wochen sind es heute genau hier, dass wir dort gestartet sind. Das fühlt sich wie eine kleine Ewigkeit an und wir fragen uns, wo all die Zeit geblieben ist. Obwohl wir mitten auf dem Atlantik sind, haben wir nicht das Gefühl, weit weit fort zu sein. Das Zeitgefühl, das uns im Alltag immer begleitet, verschwindet allmählich, was eine wertvolle Erfahrung gerade hier auf dem Meer ist.
Seit letzter Nacht sind wir in dem leichten Flautenfeld, was wir an der etwas geringeren Geschwindigkeit von ca 4 Knoten merken. Aber das ist völlig ok, dass es nicht so schnell vorangeht.
Und völlig ok ist es auch, dass es heute Abend zur Feier des Bergfestes keinen Fisch geben wird...nun ja, das war geflunkert. Die Möven werden nicht mehr unsere Freunde.
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Seit letzter Nacht sind wir in dem leichten Flautenfeld, was wir an der etwas geringeren Geschwindigkeit von ca 4 Knoten merken. Aber das ist völlig ok, dass es nicht so schnell vorangeht.
Und völlig ok ist es auch, dass es heute Abend zur Feier des Bergfestes keinen Fisch geben wird...nun ja, das war geflunkert. Die Möven werden nicht mehr unsere Freunde.
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Freitag, 5. Juni 2020
Traumtag
Auch heute belohnt uns Neptun für unsere Huldigungen und alkoholischen Spenden zum Start unseres Törns an das Meer mit Traumsegelwetter. Mit dem Gefühl, bald Bergfest zu haben, fühlt es sich zudem noch besser an.
Die Temperaturen sind merklich kühler geworden - trotz gutem Sonnenschein. Wir merken, dass wir nördlicher kommen und rechnen damit, dass wir in spätestens zwei Tagen unser Ölzeug anziehen müssen.
Warum wir immer noch keinen Fisch am Haken haben, schieben wir auf die mittlerweile 4-5 Möven, die mit uns ziehen und über dem Köder kreisen und auch dort ins Wasser gehen. Dann hängen außerdem die Wasserpflanzen/Algen am Köder fest, die es hier sehr viel gibt. So ein Fisch muss sich ja denken, dass dort zwar ein leckeres Mittagessen schwimmt, aber mit den Warp-Geschwindigkeitsalgen außenrum doch etwas merkwürdig ist...und den fliegenden Schatten da oben aus dem Wasser will ich auch nichts zu tun haben. So werden wir wohl auf unseren Fisch verzichten müssen, wenn wir nicht irgendwann unsere Leuchtraketen anderweitig einsetzen.
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Die Temperaturen sind merklich kühler geworden - trotz gutem Sonnenschein. Wir merken, dass wir nördlicher kommen und rechnen damit, dass wir in spätestens zwei Tagen unser Ölzeug anziehen müssen.
Warum wir immer noch keinen Fisch am Haken haben, schieben wir auf die mittlerweile 4-5 Möven, die mit uns ziehen und über dem Köder kreisen und auch dort ins Wasser gehen. Dann hängen außerdem die Wasserpflanzen/Algen am Köder fest, die es hier sehr viel gibt. So ein Fisch muss sich ja denken, dass dort zwar ein leckeres Mittagessen schwimmt, aber mit den Warp-Geschwindigkeitsalgen außenrum doch etwas merkwürdig ist...und den fliegenden Schatten da oben aus dem Wasser will ich auch nichts zu tun haben. So werden wir wohl auf unseren Fisch verzichten müssen, wenn wir nicht irgendwann unsere Leuchtraketen anderweitig einsetzen.
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Donnerstag, 4. Juni 2020
Klaus ist zweifacher Onkel geworden
Der kleine Ben kam gestern zur Welt und wir haben einen Grund für ein Bier :-)
Herzlichen Glückwunsch den Eltern.
Seit einer Stunde haben wir wieder schönes Segelwetter, das uns die letzten zwei Tage vergessen lässt. Der Körper kann nun wieder etwas zur Ruhe kommen. Alle Arbeiten an Bord sind ohnehin schon mühsamer, als an Land - so war das die letzten zwei Tage eine große Herausforderung...incl. auf die Toilette gehen. Für kleinere Geschäfte stellen wir uns mit Rettungsweste und angepickt ans Heck...wenn der Wind richtig steht ;-)
Gestern hatten wir dann auch keine große Lust verspürt zu kochen und haben die erste Dose Chili aufgemacht.
Derzeit pflügen wir mit 6 Knoten auf Backbordbug durchs Wasser in Richtung Norden.
Und immer noch kein Fisch, der es gut mit uns meint.
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Herzlichen Glückwunsch den Eltern.
Seit einer Stunde haben wir wieder schönes Segelwetter, das uns die letzten zwei Tage vergessen lässt. Der Körper kann nun wieder etwas zur Ruhe kommen. Alle Arbeiten an Bord sind ohnehin schon mühsamer, als an Land - so war das die letzten zwei Tage eine große Herausforderung...incl. auf die Toilette gehen. Für kleinere Geschäfte stellen wir uns mit Rettungsweste und angepickt ans Heck...wenn der Wind richtig steht ;-)
Gestern hatten wir dann auch keine große Lust verspürt zu kochen und haben die erste Dose Chili aufgemacht.
Derzeit pflügen wir mit 6 Knoten auf Backbordbug durchs Wasser in Richtung Norden.
Und immer noch kein Fisch, der es gut mit uns meint.
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Mittwoch, 3. Juni 2020
Tag 11 auf See
Gestern Nachmittag hatten wir den ersten Besuch von ungefähr 10 Tümmlern, die vor dem Bug hin und her in kleinen Gruppen oder alleine Sprünge durch das Wasser machten.
Schon vor dem Abendessen kündigte sich vor uns Schlechtwetter an, das dann zwar ohne Regen, aber mit Windstärke 5 kam und immer noch mit kleinen, aggressiven zwei bis drei Meter hohen Wellen anhält. Wir werden seitdem ordentlich durchgeschüttelt. Dazu haben wir noch den Wind vor dem Bug, sodass wir nicht direkten Kurs fahren können, sondern kreuzen müssen. Mal sehen, wie lange das noch anhält. Laut Wetterbericht bleibt das so mehrere Tage.
Wir haben ausgerechnet, dass wir in drei Tagen Bergfest haben sollten. Das wären dann 14 Tage und wir hoffen, dass wir dennoch schneller in der zweiten Hälfte vorankommen, um bald unser Bier auf Horta genießen zu können.
Und immer noch will uns kein Fisch zum Abendessen an den Haken gehen. Wir bleiben aber hartnäckig.
Auch so viele Meilen vom Festland fliegen immer noch zwei Möven um uns herum, die sich in unser Fahrwasser setzen und dort nach Fressbarem suchen.
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Schon vor dem Abendessen kündigte sich vor uns Schlechtwetter an, das dann zwar ohne Regen, aber mit Windstärke 5 kam und immer noch mit kleinen, aggressiven zwei bis drei Meter hohen Wellen anhält. Wir werden seitdem ordentlich durchgeschüttelt. Dazu haben wir noch den Wind vor dem Bug, sodass wir nicht direkten Kurs fahren können, sondern kreuzen müssen. Mal sehen, wie lange das noch anhält. Laut Wetterbericht bleibt das so mehrere Tage.
Wir haben ausgerechnet, dass wir in drei Tagen Bergfest haben sollten. Das wären dann 14 Tage und wir hoffen, dass wir dennoch schneller in der zweiten Hälfte vorankommen, um bald unser Bier auf Horta genießen zu können.
Und immer noch will uns kein Fisch zum Abendessen an den Haken gehen. Wir bleiben aber hartnäckig.
Auch so viele Meilen vom Festland fliegen immer noch zwei Möven um uns herum, die sich in unser Fahrwasser setzen und dort nach Fressbarem suchen.
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Dienstag, 2. Juni 2020
Wir brauchen jetzt ne lange Weste
Noch sind die Eisberge in weiter Ferne, aber dennoch spüren wir ihre Nähe. Na ja, nicht wirklich. Nach den letzten zwei Wochen mit Barfußwetter merken wir aber leichte Temperaturveränderungen nach unten schon. Dennoch ist es noch angenehm und wir können noch ohne Schuhe auskommen.
Der Wind weht seit ca. 8 Uhr Bordzeit mit 15-18 Knoten und wir kommen mit 6 Knoten gut voran. Das haben wir uns nach der letzten, aufregenden Nacht mit Blitzen um uns herum, Starkregen und dazu dann auch noch Flaute nach dem Unwetter verdient.
Die Flautenfelder, die sich in den nächsten Tagen nördlich von uns bilden und stetig verändern werden, beobachten wir aufmerksam regelmäßig in der Wettervorhersage. Denn da müssen wir durch und wir verspüren keine allzugroße Lust, wieder mehrere Tage darin zu verbringen. Ganz scheinen wir davor aber nicht verschont zu werden. Aber wenn wir da durch sind, dann geht's nur noch Richtung Osten zu den Azoren und nach der jetzigen Wetterprognose gibt es dann für uns keine Flaute mehr, die uns vor dem Bier in Horta aufhalten könnte.
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Der Wind weht seit ca. 8 Uhr Bordzeit mit 15-18 Knoten und wir kommen mit 6 Knoten gut voran. Das haben wir uns nach der letzten, aufregenden Nacht mit Blitzen um uns herum, Starkregen und dazu dann auch noch Flaute nach dem Unwetter verdient.
Die Flautenfelder, die sich in den nächsten Tagen nördlich von uns bilden und stetig verändern werden, beobachten wir aufmerksam regelmäßig in der Wettervorhersage. Denn da müssen wir durch und wir verspüren keine allzugroße Lust, wieder mehrere Tage darin zu verbringen. Ganz scheinen wir davor aber nicht verschont zu werden. Aber wenn wir da durch sind, dann geht's nur noch Richtung Osten zu den Azoren und nach der jetzigen Wetterprognose gibt es dann für uns keine Flaute mehr, die uns vor dem Bier in Horta aufhalten könnte.
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Montag, 1. Juni 2020
Es geht weiter
Seit heute Morgen sind wir mit 3-4 Knoten wieder unterwegs. Die Aussichten für die nächsten Tage sind zudem gut, denn der Wind wird auffrischen. So werden wir wieder näher an unser Bier in Horta kommen.
Das Wetter ist super: Leichte Bewölkung, das Wasser recht glatt und nur durch den Wind von 10 Knoten etwas gekräuselt, sodass wir ruhig durchs Wasser gleiten können.
Wir hoffen auf unsere erste Fischmalzeit heute Abend. Gestern war ein Fisch schon sehr neugierig auf unseren Köder... leider nicht neugierig genug.
Und letzte Nacht schaute mal wieder ein Wal kurz vorbei.
Eine Sternschnuppe verglühte ziemlich nahe über uns, sodass der Nachthimmel kurz sehr hell erleuchtet war.
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Das Wetter ist super: Leichte Bewölkung, das Wasser recht glatt und nur durch den Wind von 10 Knoten etwas gekräuselt, sodass wir ruhig durchs Wasser gleiten können.
Wir hoffen auf unsere erste Fischmalzeit heute Abend. Gestern war ein Fisch schon sehr neugierig auf unseren Köder... leider nicht neugierig genug.
Und letzte Nacht schaute mal wieder ein Wal kurz vorbei.
Eine Sternschnuppe verglühte ziemlich nahe über uns, sodass der Nachthimmel kurz sehr hell erleuchtet war.
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