Seit gestern Abend motoren wir ohne Windunterstützung und somit ohne Heini unserer Windsteueranlage. Das bedeutet, dass wir am Ruder stehen und ständig den Kurs im Auge haben müssen.
Das hat uns in der vergangenen Nacht sehr geschlaucht. Mit Heini sitzen wir nicht am Steuer, sondern gemütlich und warm unter der Sprayhood und überprüfen regelmäßig den Kurs, korrigieren vielleicht und halten Wache wegen dem Schiffsverkehr.
Bis Sao Miguel wird das mit ohne Heini so bleiben. Zum Glück sind es nur noch knapp 2 Nächte.
Eben haben wir die Uhren letztmalig um eine Stunde vorgestellt. Uns trennen jetzt nur noch 3 Stunden.
Der Diesel wird uns nach aktueller Rechnung gerade so reichen und wir sind froh, bisher sehr sparsam damit umgegangen zu sein.
Wir denken, dass wir in der kommenden Nacht querab die Lichter der Berge von Fajal und Pico sehen werden. Vielleicht auch die ersten Lichter von Sao Miguel. Wir freuen uns darauf.
Die Nacht ist inzwischen kalt und wir wickeln uns bei den Wachen warm ein. Tagsüber sitzen wir im T-Shirt im Cockpit. Aber wir werden es schaffen, barfuß die gesamte Strecke zurückzulegen. Bisher haben wir nur unsere Crogs angehabt und das wird bis zum Ziel so bleiben.
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Donnerstag, 18. Juni 2020
Mittwoch, 17. Juni 2020
Tag 25 - wir nähern uns dem Anlegerbier
Wenn wir weiter so gute Fahrt machen, dann schaffen wir es vielleicht bis Freitag vor dem Einbruch der Dunkelheit, auf Sao Miguel anzukommen. Derzeit laufen wir mit 6 Knoten ohne Motor Richtung Osten. Das Flautenfeld sitzt uns im Nacken und wird uns wohl um ca 2-3 Uhr eurer Zeit eingeholt haben. Dann geht es wieder mit Motor weiter, der uns Treue Dienste bisher bescherte.
Die Nacht war stockdunkel. Bewölkter Himmel. Kein Mond, der etwas Licht hätte durch die Wolken schieben können. Der Horizont war dabei kaum noch auszumachen. Jetzt hat sich etwas die Sonne herausgetraut und wärmt uns wieder auf.
Wir haben uns selbst schon - nach all den Strapazen der letzten fast vier Wochen - gefragt, warum wir diesen Trip überhaupt machen. Am besten ist das vergleichbar mit einem Marathonlauf, einer anstrengenden Bergwanderung. Man fragt sich unterwegs, warum man sich das überhaupt antut, welcher Teufel einen da geritten hat, das anzugehen. Wenn man dann aber am Ziel, auf dem Gipfel, angekommen ist, dann entschädigt all das für die vorangegangene Zeit und wird es wieder tun wollen. Immer wieder schauen wir auf der Karte die Dimensionen der zurückgelegten Strecke zwischen den Kotinenten an und sind schon jetzt stolz auf das, was wir zu zweit geleistet haben. Hätten wir den Trip nicht angehen können, so wären wir einer Erfahrung ärmer und enttäuscht, den Segelmarathon nicht gemacht zu haben. Alle Energie einzusetzen, das doch trotz Corona durchzuziehen, hat sich für uns gelohnt.
Noch zwei Nächte, zwei Nachtschichten. Wir freuen uns wie kleine Kinder auf den Geruch von ersten Grün, Rauch, Lichter, die nicht von einem Schiff stammen und zählen schon bald die Stunden bis dahin.
Wahrscheinlich werden wir heute Nacht letztmalig auf unserem Trip die Uhr um eine Stunde näher zu euch stellen. Dann haben wir nur noch drei Stunden Zeitunterschied.
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Die Nacht war stockdunkel. Bewölkter Himmel. Kein Mond, der etwas Licht hätte durch die Wolken schieben können. Der Horizont war dabei kaum noch auszumachen. Jetzt hat sich etwas die Sonne herausgetraut und wärmt uns wieder auf.
Wir haben uns selbst schon - nach all den Strapazen der letzten fast vier Wochen - gefragt, warum wir diesen Trip überhaupt machen. Am besten ist das vergleichbar mit einem Marathonlauf, einer anstrengenden Bergwanderung. Man fragt sich unterwegs, warum man sich das überhaupt antut, welcher Teufel einen da geritten hat, das anzugehen. Wenn man dann aber am Ziel, auf dem Gipfel, angekommen ist, dann entschädigt all das für die vorangegangene Zeit und wird es wieder tun wollen. Immer wieder schauen wir auf der Karte die Dimensionen der zurückgelegten Strecke zwischen den Kotinenten an und sind schon jetzt stolz auf das, was wir zu zweit geleistet haben. Hätten wir den Trip nicht angehen können, so wären wir einer Erfahrung ärmer und enttäuscht, den Segelmarathon nicht gemacht zu haben. Alle Energie einzusetzen, das doch trotz Corona durchzuziehen, hat sich für uns gelohnt.
Noch zwei Nächte, zwei Nachtschichten. Wir freuen uns wie kleine Kinder auf den Geruch von ersten Grün, Rauch, Lichter, die nicht von einem Schiff stammen und zählen schon bald die Stunden bis dahin.
Wahrscheinlich werden wir heute Nacht letztmalig auf unserem Trip die Uhr um eine Stunde näher zu euch stellen. Dann haben wir nur noch drei Stunden Zeitunterschied.
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Dienstag, 16. Juni 2020
Unser Trip endet auf den Azoren
Wir haben uns nun dazu entschlossen, unseren Trip, wie ursprünglich vor Corona geplant, auf den Azoren enden zu lassen.
Neptun haben wir wohl in der Vergangenheit zu wenig gehuldigt. Seit mehreren Tagen kämpfen wir gegen den Wind vor der Nase an und motoren seit gestern fast ununterbrochen mit Segelunterstützung. Die Wellen sind für diesen Teil des Atlantiks typisch langgezogenen mit sanften Tälern und Höhen, schätzungsweise 3-4 Metern Unterschied. Dazu kommen aber noch die unzähligen, kleinen Wellenmitesser auf diesen sanften Wellen, die uns ziemlich durchschütteln und uns zu den einbeinigen Rodeomeistern gemacht haben.
Nach den Wettervorhersagen wird uns die aktuelle Wetterlage auch noch erhalten bleiben. Und es wird noch schlimmer: Uns verfolgt ein Flautenfeld heftigen Ausmaßes, dem wir wohl nicht entkommen werden.
So heißt es wohl, dass wir bis Sao Miguel motoren müssen. Dabei müssen wir mit dem Diesel haushalten, um nicht kurz vor dem Ziel ohne da zu stehen.
Nach jetziger Prognose kommen wird Freitag oder Samstag zum Anlegerbier auf Sao Miguel an.
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Neptun haben wir wohl in der Vergangenheit zu wenig gehuldigt. Seit mehreren Tagen kämpfen wir gegen den Wind vor der Nase an und motoren seit gestern fast ununterbrochen mit Segelunterstützung. Die Wellen sind für diesen Teil des Atlantiks typisch langgezogenen mit sanften Tälern und Höhen, schätzungsweise 3-4 Metern Unterschied. Dazu kommen aber noch die unzähligen, kleinen Wellenmitesser auf diesen sanften Wellen, die uns ziemlich durchschütteln und uns zu den einbeinigen Rodeomeistern gemacht haben.
Nach den Wettervorhersagen wird uns die aktuelle Wetterlage auch noch erhalten bleiben. Und es wird noch schlimmer: Uns verfolgt ein Flautenfeld heftigen Ausmaßes, dem wir wohl nicht entkommen werden.
So heißt es wohl, dass wir bis Sao Miguel motoren müssen. Dabei müssen wir mit dem Diesel haushalten, um nicht kurz vor dem Ziel ohne da zu stehen.
Nach jetziger Prognose kommen wird Freitag oder Samstag zum Anlegerbier auf Sao Miguel an.
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Montag, 15. Juni 2020
Wind direkt von vorne - noch nicht klar, ob wir auf den Azoren das Boot belassen
Seit Tagen haben wir den Wind fast direkt auf den Bug bekommen - und nun direkt auf die Nase, sodass wir wieder den Motor gestartet und die Segel eingeholt haben. Aber auch mit Motor machen wir nur 2 Knoten Fahrt über Grund.
Die Sonne ist wieder raus gekommen, was das Meer freundlicher wirken lässt, als zuvor.
Mittlerweile haben wir uns so an den in den letzten Tagen herrschenden Seegang gewöhnt, dass wir locker mit verbundenen Augen einbeinig auf einem Rodeostier in voller Fahrt geschmeidig mit der Haltungsnote 1 stehen könnten
Wegen Corona gibt es die Infos, dass wir einen Test machen können und dann bei erfolgreichem Bestehen, von Bord dürfen.
Das Ziel Horta auf Fajal haben wir geändert auf Sao Miguel, da dort die Marina größer und auch Hin- und Rückflüge einfacher sind. Wer und ob jemand das Boot auf den Azoren übernehmen wird, erfahren wir wohl in den nächsten Tagen, denn bis Sao Miguel sind es 560 Seemeilen. Also noch alles offen, ob unsere Reise auf den Azoren oder auf dem portugiesischen Festland endet.
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Mittlerweile haben wir uns so an den in den letzten Tagen herrschenden Seegang gewöhnt, dass wir locker mit verbundenen Augen einbeinig auf einem Rodeostier in voller Fahrt geschmeidig mit der Haltungsnote 1 stehen könnten
Wegen Corona gibt es die Infos, dass wir einen Test machen können und dann bei erfolgreichem Bestehen, von Bord dürfen.
Das Ziel Horta auf Fajal haben wir geändert auf Sao Miguel, da dort die Marina größer und auch Hin- und Rückflüge einfacher sind. Wer und ob jemand das Boot auf den Azoren übernehmen wird, erfahren wir wohl in den nächsten Tagen, denn bis Sao Miguel sind es 560 Seemeilen. Also noch alles offen, ob unsere Reise auf den Azoren oder auf dem portugiesischen Festland endet.
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Sonntag, 14. Juni 2020
Sonntagssegeln
Trotz rauer See, aber bei Sonnenschein und tiefblauem Wasser, ist das Segeln heute sonntäglich entspannend. Ein leichtes Dahingleiten, obwohl es uns doch immer wieder durchschüttelt.
Gestern hatten wir unser Rekordetmal mit 158 Meilen - leider nur durchs Wasser und nicht über Grund. Auch jetzt müssen wir 1-2 Knoten von der Fahrt durchs Wasser abziehen, um unsere tatsächliche Geschwindigkeit, unser Annähern an unser Anlegerbier, bestimmen zu können.
Bis Horta sind es noch 521 Seemeilen, also jetzt unter 1.000 km.
Zu unserem gestrigen Blog Corona und Quarantäne erreichten uns von euch aufmunternde Worte. Danke, das hat gut getan :-)
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Bis Horta sind es noch 521 Seemeilen, also jetzt unter 1.000 km.
Zu unserem gestrigen Blog Corona und Quarantäne erreichten uns von euch aufmunternde Worte. Danke, das hat gut getan :-)
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Samstag, 13. Juni 2020
Redaktionelle Änderungen die einem erst nach dem Absenden einfallen
Wir starten in unsere vierte Woche - drei Wochen haben wir schon hinter uns.
Und neben vielen heftigen Wetterlagen haben wir auch traumhafte Sommersegeltage, Sonnenunter- und Aufgänge, phantastische Mondschauspiele durch bizarre Wolkenfelder, Sonne satt und viel Erholung und Zufriedenheit erlebt.
Und 640 Meilen noch - Ankunft vielleicht am Mittwoch?
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Und neben vielen heftigen Wetterlagen haben wir auch traumhafte Sommersegeltage, Sonnenunter- und Aufgänge, phantastische Mondschauspiele durch bizarre Wolkenfelder, Sonne satt und viel Erholung und Zufriedenheit erlebt.
Und 640 Meilen noch - Ankunft vielleicht am Mittwoch?
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Die dritte Woche hat begonnen - und was ist mit Horta los?
Wir starten in die dritte Woche unserer Atlantiküberquerung. Drei Wochen auf engem Raum gingen gefühlt wie im Flug vorbei. Dabei haben wir von Flaute über Starkwind, hohen, unruhigen Wellen, Squalls, Gewitter, sintflutartigem Regen, gewaltige Schräglage und das alles bei Tag und Nacht erlebt.
Seit drei Wochen wechseln wir uns nachts im 3 Stunden Rhythmus und tags im 4 Stunden Rhythmus ab. Wir haben uns mit all unseren Dingen sehr gut eingespielt.
Wie wir unser Ziel die Azoren erleben werden, wissen wir wegen der CoronaKrise noch nicht. Derzeit dürfen wir wohl in Horta Marina anlegen, jedoch nicht von Bord gehen. Lebensmittel werden gebracht. Das wirft unsere Planung durcheinander und hat unsere gute Stimmung getrübt. Wir sind davon ausgegangen, dass es keine Quarantänergelung mehr gibt und wir auf den Azoren unsere Reise beenden und das Boot in einer Marina für die Übergabe vorbereiteten können. Da wir jetzt schon länger als geplant für die Strecke Martinique-Horta brauchten, komme ich mit meinem Jahresurlaub in Bedrängnis, wenn wir bis Gibraltar weiter müssten.
Wir hoffen auf kommenden Montag. Dann sollen neue Entscheidungen und hoffentlich Veränderungen der Situation bekannt gegeben werden.
Das Schwachwindfeld haben wir verlassen und sind nun wieder bei gutem Wind mit Stärke 5, ruppigen Wellen in Schräglage nach Steuerbord und 7 Knoten unterwegs. Fahrt über Grund sind's leider nur 5 Knoten. Die Sonne schaut ein wenig durch die Wolken.
Ob wir uns nochmal mit Meerwasser duschen, bezweifeln wir bei 17 Grad Wassertemperatur.
Gestern haben wir erneut die Uhr um eine Stunde nach vorne gestellt und hinken euch jetzt nur noch 4 Stunden hinterher.
Und das mit dem Fisch...hm, keine Veränderung der Situation.
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Seit drei Wochen wechseln wir uns nachts im 3 Stunden Rhythmus und tags im 4 Stunden Rhythmus ab. Wir haben uns mit all unseren Dingen sehr gut eingespielt.
Wie wir unser Ziel die Azoren erleben werden, wissen wir wegen der CoronaKrise noch nicht. Derzeit dürfen wir wohl in Horta Marina anlegen, jedoch nicht von Bord gehen. Lebensmittel werden gebracht. Das wirft unsere Planung durcheinander und hat unsere gute Stimmung getrübt. Wir sind davon ausgegangen, dass es keine Quarantänergelung mehr gibt und wir auf den Azoren unsere Reise beenden und das Boot in einer Marina für die Übergabe vorbereiteten können. Da wir jetzt schon länger als geplant für die Strecke Martinique-Horta brauchten, komme ich mit meinem Jahresurlaub in Bedrängnis, wenn wir bis Gibraltar weiter müssten.
Wir hoffen auf kommenden Montag. Dann sollen neue Entscheidungen und hoffentlich Veränderungen der Situation bekannt gegeben werden.
Das Schwachwindfeld haben wir verlassen und sind nun wieder bei gutem Wind mit Stärke 5, ruppigen Wellen in Schräglage nach Steuerbord und 7 Knoten unterwegs. Fahrt über Grund sind's leider nur 5 Knoten. Die Sonne schaut ein wenig durch die Wolken.
Ob wir uns nochmal mit Meerwasser duschen, bezweifeln wir bei 17 Grad Wassertemperatur.
Gestern haben wir erneut die Uhr um eine Stunde nach vorne gestellt und hinken euch jetzt nur noch 4 Stunden hinterher.
Und das mit dem Fisch...hm, keine Veränderung der Situation.
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