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Samstag, 13. Juni 2020

Redaktionelle Änderungen die einem erst nach dem Absenden einfallen

Wir starten in unsere vierte Woche - drei Wochen haben wir schon hinter uns.

Und neben vielen heftigen Wetterlagen haben wir auch traumhafte Sommersegeltage, Sonnenunter- und Aufgänge, phantastische Mondschauspiele durch bizarre Wolkenfelder, Sonne satt und viel Erholung und Zufriedenheit erlebt.

Und 640 Meilen noch - Ankunft vielleicht am Mittwoch?


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Die dritte Woche hat begonnen - und was ist mit Horta los?

Wir starten in die dritte Woche unserer Atlantiküberquerung. Drei Wochen auf engem Raum gingen gefühlt wie im Flug vorbei. Dabei haben wir von Flaute über Starkwind, hohen, unruhigen Wellen, Squalls, Gewitter, sintflutartigem Regen, gewaltige Schräglage und das alles bei Tag und Nacht erlebt.
Seit drei Wochen wechseln wir uns nachts im 3 Stunden Rhythmus und tags im 4 Stunden Rhythmus ab. Wir haben uns mit all unseren Dingen sehr gut eingespielt.

Wie wir unser Ziel die Azoren erleben werden, wissen wir wegen der CoronaKrise noch nicht. Derzeit dürfen wir wohl in Horta Marina anlegen, jedoch nicht von Bord gehen. Lebensmittel werden gebracht. Das wirft unsere Planung durcheinander und hat unsere gute Stimmung getrübt. Wir sind davon ausgegangen, dass es keine Quarantänergelung mehr gibt und wir auf den Azoren unsere Reise beenden und das Boot in einer Marina für die Übergabe vorbereiteten können. Da wir jetzt schon länger als geplant für die Strecke Martinique-Horta brauchten, komme ich mit meinem Jahresurlaub in Bedrängnis, wenn wir bis Gibraltar weiter müssten.
Wir hoffen auf kommenden Montag. Dann sollen neue Entscheidungen und hoffentlich Veränderungen der Situation bekannt gegeben werden.

Das Schwachwindfeld haben wir verlassen und sind nun wieder bei gutem Wind mit Stärke 5, ruppigen Wellen in Schräglage nach Steuerbord und 7 Knoten unterwegs. Fahrt über Grund sind's leider nur 5 Knoten. Die Sonne schaut ein wenig durch die Wolken.
Ob wir uns nochmal mit Meerwasser duschen, bezweifeln wir bei 17 Grad Wassertemperatur.
Gestern haben wir erneut die Uhr um eine Stunde nach vorne gestellt und hinken euch jetzt nur noch 4 Stunden hinterher.

Und das mit dem Fisch...hm, keine Veränderung der Situation.
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Freitag, 12. Juni 2020

Wir motoren

Der Wetterbericht sagte Flaute und dann drehender Wind direkt vor die Nase ab 6 Uhr voraus. Und diesmal stimmte es fast auf die Minute. Erstmals Frühstück, dann Motor checken, Bilge entsaften, Genua einholen, Groß treffen. Und dann schalteten wir den Motor um 8 Uhr an, der uns voraussichtlich bis heute 22 Uhr nach Osten tragen wird. Der Wind soll dann auf Nord drehen, sodass wir mit Halbwindkurs gen Horta ohne Motor weiterfahren können.
Heini bringt uns bei dem Wind gerade nichts, sodass wir am Steuer stehen und ca 100 Grad per Hand steuern müssen. Der elektrische Autopilot mag leider nicht.
Und neben einem weiteren, verirrten Octopus an Bord haben wir weiter keinen Fischfang zu verzeichnen.
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Donnerstag, 11. Juni 2020

Der Sturm ist vorüber

Endlich. Nach drei anstrengenden Tagen mit einer sehr unruhigen See, hohen Wellen, starkem Wind mit bis zu 33 Knoten in der Spitze scheint nun die Sonne, das Meer beruhigt sich und wir haben moderate 16 Knoten Wind. Entspanntes Sommersegeln also. Endlich wieder ein Toilettengang, der nicht akrobatisches Können der Oberliga erfordert.
Unser gestriges Etmal betrug 140 Meilen. Etwas weniger, als die Tage zuvor. Das ist der sehr gerefften Genua zu verdanken. Und vor uns liegen noch 850 Seemeilen bis zum wohlverdienten Anlegerbier.
Seit zwei Tagen haben wir keine Schiffssichtung mehr gehabt. Dafür aber eine große schwarze Kiste und einen Delfin.
Morgen in der Frühe sollten wir am Flautenfeld ankommen. Wir werden dieses unter Motor durchfahren. Das können wir ohne Sorge vor unserem Dieselvorrat, da wir sehr sparsam bisher damit umgegangen sind.


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Mittwoch, 10. Juni 2020

Der Wind und die Wellen halten an

Seit zwei Tagen befinden wir uns in einer Starkwindzone mit bis zu 28Knoten Wind und drei Meter hohen Wellen. Immer wieder schlägt eine Welle über das Boot und auch ins Cockpit. So verrechnete sich letzte Nacht ein kleiner Oktopus bei seinem Flug über das Boot und landete unglücklich im Cockpit.
Morgen 11 Uhr eurer Zeit sollen wir dann endlich aus dieser Zone raus sein und wir können uns von den Strapazen der letzten Tage erholen.
Die letzten beiden Etmale waren dafür mit 153 und 156 Seemeilen Spitze. Heute werden wir das nicht mehr erreichen, da die Wellen eine schnellere Fahrt nicht möglich machen.
Vorgestern haben wir die Uhr um eine Stunde vor gestellt.
Wegen des Wetters sind wir von frischem Gemüse auf Fertigprodukte umgestiegen. Nun ja, das letzte Gemüse bis auf einen Weiß- und einen Rotkohl ist jetzt ohnehin aufgebraucht.
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Dienstag, 9. Juni 2020

Und es geht noch rasanter

Letzte Nacht hatten wir den gestrigen Rekord von rasanter Achterbahnfahrt eingestellt. Zwischen 23 und 25 Knoten Wind und über 7,5 Knoten Fahrt. Dazu Wellen, die natürlich mit dem jetzigen Abstand gesehen haushoch waren. Nun ja, tatsächlich waren es ca 3 Meter.
Die Wellen erwischten uns immer wieder so, dass das Boot gute Schräglage bekam, was für den oben im Cockpit schon sehr anstrengend war, für den im Salon umso mehr.
Jetzt cruisen wir bei langgezogenen Wellen mit 6,5 Knoten dahin und ruhen unsere sehr beanspruchten Gliedmaße in der noch wärmenden Sonne aus. Es ist wieder spürbar frischer geworden. Auch tagsüber geht es ohne Weste und lange Hose nicht mehr. Das Ölzeug hängt aber noch im Schrank.
Und heute wird unsere noch zu fahrende Strecke bis zum Bier in Horta dreistellig. Wieder ein Grund zu feiern.
Navionics sagt uns eine Restfahrzeit bis Horta von 7 Tagen voraus. Nun ja, bei 7 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit. Das erreichen wir nicht.
Und immer noch kein Fisch, obwohl die Haustiere und das Seegras nicht mehr da sind. Wir hoffen aber weiter und halten euch auf dem Laufenden.
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Montag, 8. Juni 2020

Irrer Ritt auf den Wellen

Seit vergangener Nacht haben wir bis zu Windstärke 6 und 1-2 Meter hohe Wellen. Wir reiten die Wellen mit 6,5 Knoten ohne Groß und nur mit zweifach gereiffter Genua.
Andere gehen für das Erlebnis auf den Jahrmarkt/Messe und zahlen dafür Eintritt.
Wir haben das - nun ja - nicht wirklich kostenlos, aber wahrscheinlich bis morgen Abend. Das werden berauschende Etmale.
Der Toilettengang, das Hantieren in der Kombüse gleicht einem gefährlichen Stunt. Auch im Cockpit heißt es, sich gut zu sichern.
Die Sonne zeigt sich immer wieder durch die Wolken und lässt die aufgewühlt aufgeschäumte See dunkelblau erscheinen.
Heute Morgen zeigte sich ein Segelboot, das dann aber weit südwärts passierte. Dort ist es ruhiger. Für uns heißt es aber direkten Kurs auf Horta. Die Umwege, die wir bisher fahren mussten, scheinen für unseren restlichen Törn Vergangenheit zu sein.
Und immer noch kein Fisch.
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